Wie baue ich einen Notgroschen auf? Mit klaren Regeln, einem passenden Zielbetrag und einem konsequenten Sparplan entsteht finanzielle Freiheit, die im Alltag sofort wirkt.
Die wichtigsten Kennzahlen
| Lebenslage | Empfohlene Zielgröße | Praxis-Regel für den Aufbau |
|---|---|---|
| Angestellt, sehr stabiles Einkommen, niedrige Fixkosten | 3 Monatsausgaben oder Startpuffer 1.000 bis 2.000 Euro, danach aufstocken | Automatische Überweisung am Tag nach Gehaltseingang, feste Basisrate |
| Angestellt, variable Boni oder Schichtzulagen | 3 bis 4 Monatsausgaben plus kleiner Zusatzpuffer für Schwankungen | Basisrate fix, variable Einnahmen anteilig in den Notgroschen leiten |
| Selbstständig oder stark schwankendes Einkommen | 6 Monatsausgaben, bei hoher Volatilität mehr | Prozentsatz jeder Zahlung automatisch abzweigen, wöchentlicher Rhythmus |
| Familie mit Kindern, mittlere bis hohe Fixkosten | 4 bis 6 Monatsausgaben, plus separater Topf für planbare Sonderausgaben | Notfallregeln schriftlich, Notgroschen nicht für Urlaub oder Geschenke nutzen |
| Immobilienbesitz, Instandhaltung relevant | 6 Monatsausgaben, zusätzlich Instandhaltungsrücklage getrennt führen | Notgroschen für echte Notfälle, Rücklage für planbare Reparaturen separat |
| Alleinverdiener oder geringe berufliche Sicherheit | 6 Monatsausgaben, konservativ planen | Fixkosten senken, Rate so wählen, dass sie auch in schwierigen Monaten hält |
| Hohe Konsumschulden, z. B. Dispo oder Kreditkarte | Kleiner Mindestpuffer zuerst, dann Fokus auf Tilgung | Erst 500 bis 1.500 Euro als Puffer, danach teure Schulden priorisiert abbauen |
Ein Notgroschen ist kein Luxus. Er ist ein Sicherheitsnetz für Situationen, die weder planbar noch bequem sind. Dazu zählen kaputte Haushaltsgeräte, eine unerwartete Autoreparatur, höhere Energierechnungen oder eine vorübergehende Einkommenslücke. Wer dann ohne Reserve handeln muss, rutscht schnell in teure Lösungen wie Dispo, Teilzahlung oder Kreditkartenkredite.
Gerade 2026 ist das Thema so präsent, weil viele Haushalte noch immer mit den Nachwirkungen der Preiswellen der letzten Jahre umgehen. Gleichzeitig haben sich Zinsen verändert, Kredite bleiben spürbar teurer als in der Nullzinsphase. Das führt zu einem harten Realitätscheck, denn fehlende Liquidität wird schneller zum Problem. Ein Notgroschen verschafft Ihnen Handlungsspielraum, ohne dass Sie langfristige Ziele opfern müssen.
In diesem Beitrag geht es um die wichtigsten Grundlagen, um geeignete Zielgrößen und um Strategien, die im Alltag funktionieren. Sie erhalten außerdem klare Kriterien, wo der Notgroschen liegen sollte, wie Sie typische Fehler vermeiden und wie Sie den Aufbau in wenigen Monaten spürbar beschleunigen.
Warum ein Notgroschen 2026 besonders wichtig ist
Ein Notgroschen wirkt wie ein Stoßdämpfer. In wirtschaftlich ruhigen Zeiten ist er angenehm. In unruhigen Zeiten ist er entscheidend. 2026 treffen mehrere Faktoren zusammen, die Liquidität wichtiger machen. Viele Preise liegen höher als früher. Dazu kommen Unsicherheiten im Arbeitsmarkt in einzelnen Branchen und eine insgesamt gestiegene Sensibilität für Fixkosten.
Parallel hat sich das Zinsumfeld verändert. Wer kurzfristig Geld braucht, zahlt häufig hohe Sollzinsen. Wer dagegen einen Notgroschen hat, kann Ausgaben sofort begleichen und bleibt unabhängig. Diese Unabhängigkeit ist die eigentliche Rendite. Sie reduziert Stress, verbessert Ihre Verhandlungsposition und verhindert, dass Sie Investitionen oder Versicherungen in Krisenmomenten vorschnell kündigen.
Welche Lage verbessert ein Notgroschen konkret?
Ein Notgroschen versetzt Sie in eine Position, in der Sie Entscheidungen nicht aus Druck treffen. Sie können Rechnungen fristgerecht zahlen, ohne teure Zwischenfinanzierung. Sie können bei Jobwechseln ruhiger verhandeln, weil Sie nicht jeden Vertrag aus Angst unterschreiben müssen. Sie können bei Reparaturen Qualität wählen, statt nur den billigsten Soforttermin zu nehmen. Das senkt Folgekosten.
Auch bei Familien und Selbstständigen ist die Wirkung stark. Wer unregelmäßige Einnahmen hat, braucht Puffer für schwächere Monate. Wer Kinder hat, kennt spontane Ausgaben. In beiden Fällen ist der Notgroschen ein Instrument der Stabilität. Er schafft Planbarkeit, ohne dass Sie Ihre langfristige Geldanlage ständig anfassen müssen.
Was ein Notgroschen ist und was nicht
Der Notgroschen ist kurzfristig verfügbare Liquidität. Er ist für echte, unaufschiebbare Ausgaben gedacht, die nicht in Ihr normales Monatsbudget passen. Er ist nicht für Urlaube, nicht für Elektronik nach Lust und nicht für planbare Versicherungsbeiträge. Für solche Ziele sind separate Rücklagen sinnvoll, damit der Notgroschen seinen Zweck nicht verliert.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Geldanlage. Ihr Depot ist kein Notgroschen. Kursschwankungen können Sie in einem ungünstigen Moment zum Verkauf zwingen. Damit realisieren Sie Verluste, obwohl Sie langfristig investieren wollten. Der Notgroschen verhindert genau dieses Szenario. Er schützt Ihre langfristige Strategie.
Woran erkennen Sie, ob eine Ausgabe ein Notfall ist?
Stellen Sie zwei Fragen. Erstens, ist die Ausgabe notwendig, um Ihren Alltag oder Ihr Einkommen abzusichern. Zweitens, kann die Ausgabe warten, ohne dass Folgekosten entstehen. Wenn beides klar für sofort spricht, ist der Notgroschen passend. Wenn es eher um Komfort geht, gehört die Ausgabe in eine andere Rücklage.
Diese Trennung ist auch psychologisch wichtig. Ein sauber definierter Notfallrahmen reduziert Diskussionen mit sich selbst. Er verhindert, dass Sie den Aufbau immer wieder zurücksetzen. Gleichzeitig bleibt die Nutzung legitim, wenn sie wirklich nötig ist.
Wie groß sollte der Notgroschen sein?
Die passende Größe hängt von Ihrer Lebenssituation ab. Als Faustregel gilt häufig ein Puffer von drei bis sechs Monatsausgaben. Entscheidend ist nicht Ihr Einkommen, sondern Ihre Fixkosten und Ihre Risikolage. Wer sehr sichere Einnahmen und niedrige Fixkosten hat, kann näher an drei Monaten liegen. Wer variable Einnahmen hat oder hohe Verpflichtungen, braucht eher mehr.
Viele Haushalte starten sinnvoll mit einem kleineren Zwischenziel. Das bringt Momentum. Ein erster Puffer von 1.000 bis 2.000 Euro fängt viele typische Notfälle ab. Danach bauen Sie in Stufen weiter aus, bis Ihre Zielgröße erreicht ist. Dieser Stufenansatz wirkt motivierend und bleibt realistisch.
Welche Faktoren erhöhen den notwendigen Puffer?
Mehr Puffer ist sinnvoll, wenn Sie selbstständig sind, wenn Ihr Einkommen stark schwankt oder wenn Sie Alleinverdiener sind. Auch Immobilienbesitz erhöht den Bedarf, weil Reparaturen teuer sein können. Wer weite Wege pendelt oder ein älteres Auto nutzt, sollte ebenfalls konservativer planen.
Bei sehr hohen Fixkosten ist ein separater Ansatz hilfreich. Dann definieren Sie den Notgroschen als Betrag, der Ihre Fixkosten über mehrere Monate deckt. Dazu zählen Miete oder Kreditrate, Energie, Versicherungen, Mobilität und Lebensmittel. Variable Ausgaben können Sie zusätzlich reduzieren, wenn es wirklich eng wird.
Wie baue ich einen Notgroschen auf? Schritt für Schritt
Der Aufbau gelingt, wenn Sie Ziel, Tempo und Ort festlegen. Viele scheitern nicht am Einkommen, sondern an fehlenden Regeln. Wenn Geld auf dem Girokonto bleibt, wird es meist ausgegeben. Der Notgroschen braucht daher eine klare Struktur, idealerweise mit einem separaten Konto und automatischen Überweisungen.
Der Start ist oft der schwierigste Teil. Sobald die erste Reserve sichtbar ist, wird es leichter. Sie sehen Fortschritte und erleben Kontrolle. Danach geht es um konsequente Routinen. Kleine Beträge bringen mehr als seltene Kraftakte, weil sie dauerhaft bleiben.
Wie legen Sie Ihr Startziel fest?
Wählen Sie ein Ziel, das Sie in acht bis zwölf Wochen erreichen können. Das kann ein Betrag sein, der typische Notfälle abdeckt, etwa Reparaturen oder unerwartete Rechnungen. Danach definieren Sie Ihr Endziel in Monaten der Ausgaben. Diese Kombination aus kurzfristigem und langfristigem Ziel gibt Ihnen Tempo und Richtung.
Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie mit einem Mindestpuffer und erhöhen Sie später. Ein Notgroschen ist kein einmaliges Projekt. Er ist ein System, das Sie an Ihre Lebenslage anpassen können.
Welche Sparrate ist realistisch, ohne dass der Alltag leidet?
Setzen Sie eine Rate, die Sie auch in stressigen Monaten halten können. Eine zu hohe Rate führt oft zu Abbrüchen. Besser ist eine stabile Basisrate plus gelegentliche Extras, etwa aus Steuererstattung oder Bonus. So bleibt der Aufbau planbar. Gleichzeitig beschleunigen Einmalzahlungen den Fortschritt, ohne Ihre Routine zu gefährden.
Ein guter Test ist die Frage, ob Sie die Rate drei Monate durchhalten würden, auch wenn unerwartete Ausgaben auftreten. Wenn ja, ist sie stabil. Wenn nein, reduzieren Sie sie und starten trotzdem sofort.
Die besten Strategien, die in der Praxis funktionieren
Strategien sind dann gut, wenn sie wiederholbar sind. Der Notgroschen wächst durch Klarheit, Automatisierung und bewusste Hürden gegen spontane Entnahmen. Die folgenden Ansätze sind praxiserprobt, weil sie weniger Disziplin verlangen. Sie bauen stattdessen ein System, das auch dann funktioniert, wenn Sie wenig Zeit haben.
Wichtig ist, dass Sie nicht alles gleichzeitig umstellen. Wählen Sie zwei oder drei Hebel, die zu Ihnen passen. Nach vier Wochen sehen Sie, was stabil läuft. Dann können Sie nachschärfen.
Welche Rolle spielt Automatisierung?
Automatisierung ist der stärkste Hebel. Legen Sie einen festen Termin direkt nach Gehaltseingang fest. Dann überweisen Sie die Sparrate automatisch auf ein separates Konto. So sparen Sie zuerst und leben dann mit dem Rest. Viele Haushalte drehen es um und sparen nur, was übrig bleibt. Das ist meist zu wenig.
Wenn Sie selbstständig sind, wählen Sie einen wöchentlichen Rhythmus. Kleine wöchentliche Beträge glätten Schwankungen. So bleibt der Aufbau stabil, auch wenn Rechnungen unregelmäßig kommen.
Wie hilft ein separates Konto?
Ein separates Konto schafft Distanz. Der Notgroschen sollte nicht täglich sichtbar sein. Sonst wirkt er wie verfügbares Geld. Idealerweise nutzen Sie ein Tagesgeldkonto oder ein Unterkonto, das klar als Notfallreserve benannt ist. Wichtig ist die schnelle Verfügbarkeit, aber auch die mentale Barriere.
Wenn Ihr Kontoanbieter Unterkonten mit eigenen Namen erlaubt, nutzen Sie das. Ein Konto mit dem Namen Notgroschen wird seltener für Impulskäufe verwendet. Das klingt banal, wirkt aber in der Praxis.
Welche Ausgaben reduzieren den Aufbau am stärksten?
Hohe Fixkosten bremsen den Notgroschen. Dazu zählen Abos, zu teure Mobilfunkverträge, teure Versicherungen und unnötig hohe Wohnkosten. Prüfen Sie diese Posten zuerst, weil sie jeden Monat wirken. Schon kleine Einsparungen summieren sich. Variable Ausgaben wie Restaurantbesuche sind ebenfalls relevant, aber weniger planbar.
Ein sinnvoller Ansatz ist ein einmonatiger Kostencheck. Sie sammeln alle Ausgaben und markieren drei Posten, die Sie ohne großen Verlust reduzieren können. Diese Einsparung fließt direkt in den Notgroschen, nicht in neue Ausgaben.
Die nächste Liste ist eine kompakte Arbeitsanleitung. Sie funktioniert besonders gut, wenn Sie schnell starten wollen. Lesen Sie sie einmal komplett durch. Wählen Sie dann die Schritte, die Sie in den nächsten sieben Tagen umsetzen. So entsteht sofort Bewegung, ohne dass Sie Ihr ganzes Leben umkrempeln.
- Ziel definieren: Startziel in 8 bis 12 Wochen, danach Endziel in Monatsausgaben.
- Separates Konto: Notgroschen räumlich trennen, idealerweise als Tagesgeld oder Unterkonto.
- Automatische Sparrate: Termin nach Gehaltseingang festlegen, Betrag fix einstellen.
- Einmalzahlungen nutzen: Rückzahlungen, Boni, Nebenverdienste anteilig in den Notgroschen lenken.
- Fixkosten senken: Abos, Tarife, Versicherungen prüfen und Einsparung dauerhaft umleiten.
- Notfallregeln schriftlich: Was ist ein Notfall, wann wird entnommen, wie wird aufgefüllt.
Wenn Sie diese Punkte umsetzen, entsteht ein stabiles Fundament. Entscheidend ist der letzte Schritt. Ohne klare Regeln wird der Notgroschen oft zweckentfremdet. Mit Regeln bleibt er verfügbar, wenn es wirklich darauf ankommt. Planen Sie außerdem das Auffüllen gleich mit. Nach jeder Entnahme startet die automatische Sparrate wieder, bis der Zielstand erreicht ist.
Wo sollte der Notgroschen liegen?
Der Notgroschen muss sicher und schnell verfügbar sein. Rendite ist zweitrangig. Ein geeignetes Zuhause sind liquide Konten, bei denen Sie kurzfristig überweisen können. Tagesgeld ist für viele Haushalte eine gängige Lösung. Auch ein klassisches Sparkonto kann funktionieren, wenn der Zugriff nicht zu träge ist.
Wichtig ist die Einlagensicherung. In der EU gilt eine gesetzliche Absicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank für gedeckte Einlagen. Das reduziert das Ausfallrisiko, ersetzt aber keine kluge Streuung, wenn Sie sehr hohe Beträge parken. Für die meisten Haushalte liegt der Notgroschen deutlich darunter.
Warum ist das Girokonto oft die schlechteste Wahl?
Auf dem Girokonto ist das Geld zu nah am Konsum. Zudem ist es oft mit Karten, Apps und schnellen Zahlungen verbunden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie den Notgroschen schleichend abbauen. Ein separates Konto reduziert diesen Effekt. Sie behalten trotzdem Zugriff, aber die Hürde steigt.
Wenn Sie den Notgroschen dennoch auf dem Girokonto halten, arbeiten Sie mit einer klaren Untergrenze. Sobald Sie darunter fallen, stoppen Sie freiwillige Ausgaben, bis Sie wieder aufgefüllt haben. Das ist machbar, aber anstrengender.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
Viele Fehler sind keine Wissenslücken. Es sind Strukturprobleme. Ohne klare Regeln wirkt der Notgroschen wie eine Einladung. Ohne realistisches Ziel wirkt er wie ein Endlosprojekt. Ohne Routine bleibt er Stückwerk. Die gute Nachricht ist, dass diese Fehler leicht korrigierbar sind, wenn Sie sie früh erkennen.
Ein weiterer Klassiker ist das falsche Tempo. Wer zu schnell sparen will, bricht ab. Wer zu langsam spart, bleibt verwundbar. Optimal ist ein Tempo, das Fortschritt zeigt und dennoch Alltag zulässt.
Welche Fehler kosten am meisten Geld?
Teure Zwischenfinanzierung ist der größte Kostentreiber. Wer keinen Puffer hat, nutzt häufiger Dispo oder Kreditkarte. Das kann hohe Zinsen auslösen. Auch das Auflösen langfristiger Anlagen in einem schlechten Markt kostet. Beides sind indirekte Kosten, die viele unterschätzen.
Ein weiterer Fehler ist das Vermischen von Töpfen. Wenn Urlaub, Rücklagen und Notgroschen in einem Topf liegen, wird der Notgroschen oft leer. Trennen Sie Ziele konsequent. So bleibt jedes Ziel erreichbar.
Mini Fallbeispiel: Zwei Wege, ein Ergebnis
Stellen Sie sich zwei Haushalte vor, beide mit ähnlichen Ausgaben. Haushalt A hat keinen Notgroschen. Eine Reparatur kommt, das Geld fehlt. A nutzt den Dispo und zahlt die nächsten Monate drauf. Dadurch sinkt die Sparfähigkeit weiter. Der Stress steigt. Haushalt B hat einen Notgroschen. B bezahlt sofort und füllt die Reserve in den Folgemonaten wieder auf.
Der Unterschied liegt nicht im Einkommen. Er liegt in der Struktur. Haushalt B schützt die langfristige Planung. Haushalt A verliert Zeit und Geld. Genau deshalb ist der Notgroschen ein Kerninstrument finanzieller Freiheit. Er verhindert, dass ein einzelnes Ereignis eine Kettenreaktion auslöst.
Kernfakten im Überblick
| Aspekt | Wesentliches |
|---|---|
| Zweck | Der Notgroschen deckt unaufschiebbare, ungeplante Ausgaben und schützt vor teurer Zwischenfinanzierung. |
| Zielgröße | Orientierung an drei bis sechs Monatsausgaben, mit einem schnellen Startziel für frühe Erfolge. |
| Aufbau | Automatische Sparrate, separates Konto und klare Notfallregeln schaffen Stabilität im Alltag. |
| Aufbewahrung | Liquide, sichere Lösung mit schneller Verfügbarkeit, Rendite ist zweitrangig. |
| Wirkung | Mehr Freiheit bei Entscheidungen, weniger Stress, Schutz langfristiger Geldanlage vor Notverkäufen. |
Fazit
Ein Notgroschen ist die pragmatischste Form von finanzieller Freiheit. Er senkt Risiko, Stress und Folgekosten, ohne dass Sie komplizierte Produkte brauchen. Gerade 2026 ist er so wichtig, weil Liquidität in einem veränderten Zinsumfeld wieder einen echten Preis hat. Wer ohne Reserve handelt, zahlt häufig drauf, finanziell und mental.
Der Aufbau gelingt, wenn Sie klein starten, konsequent automatisieren und den Notgroschen klar abgrenzen. Wählen Sie ein erreichbares Startziel, legen Sie ein separates Konto an und definieren Sie Notfallregeln, die Sie schriftlich festhalten. Damit entsteht ein System, das Sie nicht ständig neu motivieren müssen. Ihr Geld arbeitet dann nicht nur für Rendite, sondern auch für Stabilität.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Wie baue ich einen Notgroschen auf?“
Sollten Sie den Notgroschen erst aufbauen, bevor Sie Schulden tilgen?
Das hängt von der Art der Schulden ab. Bei sehr teuren Konsumschulden kann eine schnelle Tilgung sinnvoll sein, weil die Zinskosten sofort sinken. Gleichzeitig brauchen Sie oft einen kleinen Mindestpuffer, damit Sie nicht beim nächsten Problem wieder neue Schulden machen. In der Praxis ist ein zweistufiger Ansatz stabil. Sie bauen zuerst einen kleinen Notgroschen auf, der typische Notfälle abdeckt. Danach priorisieren Sie die Tilgung, bis die teuren Schulden deutlich reduziert sind. Anschließend erhöhen Sie den Notgroschen auf die Zielgröße.
Bei günstigeren Krediten ist der Aufbau eines Notgroschens häufig früher sinnvoll, weil Liquidität die Krisenfestigkeit erhöht. Entscheidend ist, dass Sie nicht alles auf eine Karte setzen. Ohne Reserve kann selbst eine kleine Reparatur die Tilgungspläne sprengen. Mit Reserve bleiben Sie im Plan.
Wie gehen Sie vor, wenn Ihr Einkommen stark schwankt?
Bei schwankendem Einkommen funktioniert ein monatlich fixer Sparbetrag oft nicht. Besser ist eine Regel, die sich an Ihrem Cashflow orientiert. Sie können zum Beispiel einen Prozentsatz jeder Einnahme automatisch auf den Notgroschen überweisen. Das stabilisiert den Aufbau, ohne dass Sie in schwachen Monaten überfordert werden. Zusätzlich hilft eine Mindestreserve auf dem Girokonto, damit Sie laufende Abbuchungen entspannt abdecken.
Wichtig ist auch die Planung in Blöcken. Sie betrachten nicht nur einen Monat, sondern ein Quartal. Dann erkennen Sie saisonale Muster, etwa stärkere Monate und schwächere Monate. Aus den stärkeren Monaten finanzieren Sie die Reserve, die schwächere Monate glättet. So vermeiden Sie hektische Entscheidungen.
Wann ist ein größerer Notgroschen sinnvoll als die klassische Faustregel?
Ein größerer Notgroschen ist sinnvoll, wenn Ihre Fixkosten hoch sind und schwer reduzierbar bleiben. Das gilt oft bei Familien, bei Immobilieneigentum oder bei Unterhaltspflichten. Auch wenn Sie gesundheitlich oder beruflich ein erhöhtes Ausfallrisiko sehen, kann mehr Puffer stabilisieren. Der Notgroschen ersetzt keine Versicherung, aber er überbrückt Zeit, bis Leistungen greifen oder bis Sie neue Einnahmen haben.
Außerdem kann ein größerer Puffer sinnvoll sein, wenn Sie bewusst Risiko in anderen Bereichen eingehen. Wer etwa unternehmerisch investiert oder beruflich flexibel bleiben will, gewinnt durch zusätzliche Liquidität. Dann ist der Notgroschen nicht nur Schutz, sondern Teil Ihrer Strategie.
Wie vermeiden Sie, dass der Notgroschen durch Kleinentnahmen schmilzt?
Kleinentnahmen sind gefährlich, weil sie sich harmlos anfühlen. Am Ende ist der Notgroschen trotzdem leer, genau dann, wenn ein echter Notfall kommt. Wirksam sind klare Regeln, die Sie schriftlich festhalten. Definieren Sie, welche Ereignisse als Notfall gelten und welche nicht. Legen Sie außerdem einen Mindestbetrag fest, der nie unterschritten wird. Das schafft eine harte Grenze.
Zusätzlich hilft eine zweite Rücklage für planbare Sonderausgaben. Dazu zählen jährliche Zahlungen, Geschenke oder Urlaub. Wenn diese Ausgaben aus einem eigenen Topf kommen, bleibt der Notgroschen unangetastet. So vermeiden Sie, dass Sie den Notgroschen als Allzweckkonto missbrauchen.
Was bedeutet Einlagensicherung für Ihren Notgroschen in der Praxis?
Einlagensicherung soll verhindern, dass Sie bei einer Bankeninsolvenz Ihre gedeckten Einlagen verlieren. Für die meisten Haushalte ist das relevant, weil der Notgroschen oft auf Konten liegt. In der Praxis bedeutet das, dass Sie bei üblichen Notgroschenbeträgen in vielen Fällen innerhalb des geschützten Rahmens bleiben. Das reduziert ein zentrales Risiko, ersetzt aber nicht Ihre Sorgfalt bei der Bankwahl und bei der Kontostruktur.
Wenn Sie sehr hohe Liquiditätsbeträge halten, kann Streuung über mehrere Banken sinnvoll sein, um Risiken zu verteilen. Für den Notgroschen ist außerdem wichtig, dass Sie jederzeit Zugriff haben und dass das Konto klar dem Zweck Reserve dient. Sicherheit und Verfügbarkeit stehen über Rendite.
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